Alltag & Tipps · 5 Min. Lesezeit · Stand: Juli 2026
Verhütung unter Brustkrebs-Therapie, was geht, was nicht
Hormonfreie Methoden, Notfallverhütung, Schwangerschaft nach BC.
Warum hormonell schwierig
Hormonelle Verhütung (Pille, Ring, Hormonspirale) ist bei HR+ Brustkrebs in der Regel kontraindiziert. Hintergrund: jede Östrogen- oder Gestagen-Zufuhr könnte das Rezidivrisiko theoretisch beeinflussen. Auch 'östrogenfreie Pille' (Desogestrel) ist nicht freigegeben, Datenlage zu klein.
Was geht, hormonfrei
Kupferspirale: 5-10 Jahre wirksam, gut verträglich, kein Hormoneinfluss. Erstausgabe etwas schmerzhaft, danach unauffällig. Kondom: zusätzlicher STI-Schutz. Diaphragma + Spermizid: weniger zuverlässig, Pearl-Index ~ 7-14. Symptothermale Methode (Zyklusbeobachtung): sehr disziplinabhängig, Pearl-Index 0,4-9.
Tamoxifen, Schwangerschaft strikt verhindern
Tamoxifen ist teratogen (FDA Kategorie D). Schwangerschaft unter Tamoxifen kann zu schweren Fehlbildungen führen. Sichere Verhütung Pflicht. Unter AI sind Schwangerschaften ohnehin extrem unwahrscheinlich (Anovulation), aber theoretisch möglich, auch hier zuverlässige Verhütung nötig.
Schwangerschaft NACH BC
Eine Schwangerschaft nach abgeschlossener Therapie ist möglich und nachweislich sicher (POSITIVE-Trial, Partridge NEJM 2023). Üblicher Pause: 18-24 Monate nach Therapieende, bei kompletter Tamoxifen-Pause 3 Monate vor Konzeptionsversuch. Die POSITIVE-Studie zeigt: Tamoxifen darf nach 18-30 Monaten Gebrauch zu ≤2 Jahren Pause unterbrochen werden, danach wieder einnehmen, kein erhöhtes Rezidivrisiko in 41 Monaten Follow-up.
Notfallverhütung
Pille danach (Levonorgestrel oder Ulipristal) ist EINMALIG in Notfällen vertretbar, sehr kurze Hormongabe. Mit der Onkologin im Vorfeld besprechen, was im Notfall die Wahl ist. Kupfer-Spirale als Notfallverhütung (innerhalb 5 Tagen) ist hormonfrei und doppelt nutzbar (bleibt drin).