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Wissenschaft · 5 Min. Lesezeit · Stand: Juli 2026

Säure-Basen-Diät, Mythos und Wirklichkeit

Was PRAL wirklich bedeutet, und warum 'basisch essen heilt Krebs' Pseudowissenschaft ist.

Die Behauptung

Die 'Säure-Basen-Diät' behauptet: Krebs entsteht durch ein 'übersäuertes' Körpermilieu, basische Ernährung kann Krebs heilen. Diese Behauptung ist medizinisch unhaltbar.

Warum das nicht funktioniert

Der Körper reguliert den Blut-pH-Wert in einem extrem engen Bereich (7,35-7,45). Selbst grobe Ernährungsumstellungen verschieben diesen Wert um maximal 0,01-0,02 Einheiten. Was sich unterscheidet: pH-Wert von Speichel, Urin, Magensaft, diese sind aber organspezifisch und ändern nichts am Blut-pH. Krebszellen entstehen nicht durch 'Übersäuerung'.

Was PRAL trotzdem aussagt

PRAL (Potential Renal Acid Load) misst, wie viel Säure-/Basen-Last die Niere ausscheidet. Hoher PRAL = mehr Säure-Ausscheidung. Klinisch relevant für: Nierengesundheit (chronische Niereninsuffizienz), Knochengesundheit (hohe Säurelast → mehr Calcium-Verlust über Urin → langfristig Knochenschwund). NICHT relevant: Krebs-Heilung.

Knochenschutz unter AI-Therapie

Unter AI-Therapie ist Knochenschutz wichtig. Eine pflanzenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten und wenig Fleisch und Käse senkt die Calcium-Ausscheidung über den Urin marginal. Das ist ein vernünftiger Beitrag zum Knochenschutz, aber kein Krebs-Mechanismus.

Roter Faden

Eine Ernährung mit viel Gemüse und Obst und wenig verarbeitetem Fleisch ist für BC-Survivor empfehlenswert (WCRF 2018). Diese Empfehlung deckt sich zufällig mit einer 'basischen' Ernährung, aber der Wirkmechanismus ist anders: Ballaststoffe, Mikronährstoffe, niedriger GI, Vollwert. Die Säure-Basen-Theorie ist nicht der Grund, warum diese Ernährung gut tut. Entscheidend ist: viel Pflanzliches, wenig Verarbeitetes. Kein Heilversprechen.

Quellen

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