Alltag & Tipps · 4 Min. Lesezeit · Stand: Juli 2026
Vor der nächsten Chemo-Infusion, was wichtig ist
Blutbild, Symptom-Reflektion, mentale Vorbereitung.
Blutbild-Check 1-3 Tage vor Infusion
Standard: Leukozyten, Thrombozyten, Hb, Differenzialblutbild. Bei zu niedrigen Werten wird die Infusion verschoben, meist um 1 Woche. Das ist KEIN Versagen, sondern Schutz. Kommunikation mit der Onkologie-Praxis: am Vortag oft schon Telefonat zur Bestätigung.
Symptom-Bilanz dokumentieren
Vor jedem Termin schriftlich: Welche Nebenwirkungen waren in den letzten 21 Tagen am stärksten? Welche Schemata sollten angepasst werden? Was hat in welcher Phase besonders weh getan? Diese Daten sind die Grundlage für Dosis-/Schema-Anpassung. Symptom-Tracker in der App nutzen.
Schmerzmittel-Bilanz
Wieviele Tage hast du Schmerzmittel gebraucht? Bei welcher Phase?, Wenn Schmerzmittel-Bedarf steigt, ist das ein Signal für die Onkologie. Antiemetika-Bedarf ähnlich dokumentieren, manche Patientinnen brauchen Aprepitant ab Zyklus 2-3, weil sich antizipatorische Übelkeit aufbaut.
Praktische Vorbereitung
Logistik: Wer fährt? Wer betreut Kinder/Haushalt für die nächsten 3-5 Tage? Mahlzeiten für die kritische Phase einfrieren (Tag 1-7). Apotheke: Anti-Übelkeits-Reserve, Macrogol gegen Verstopfung, Vaseline für Lippen. Bequeme Kleidung, Lieblings-Buch/Podcast bereithalten.
Mentale Vorbereitung
Die zweite Infusion ist oft mental schwerer als die erste, du weißt jetzt, was kommt. Antizipatorische Übelkeit kann auftreten. Atemübungen, Meditation, Visualisierung helfen. Manche Patientinnen tragen für jeden Zyklus etwas Symbolisches, eine Halskette, ein Armband, als Anker. Lass das nicht klein wirken, es funktioniert für viele.